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'Cliffs of Moher

Westirland - Galway - Aran Islands, ein Reisebericht für Naturfreunde


Der Westen Irlands. Natur pur, Klippen, Nationalparks und der raue Atlantik. Aber auch Städte Pubs und kleine Dörfchen. Wer hier her kommt, ist kein Pauschaltourist. Im Westen der Insel spürt man das ursprüngliche keltische Irland. Die Aran Islands und die Cliffs of Moher sowie Seen und Hügel machen den besonderen Charme aus, der von den Iren zu einer nordischen Perfektion gepflegt wird.

Rau, herzlich, ursprünglich, naturnah - Welcome to Ireland

 

Galway - die "jugendliche" Stadt


Das Städtchen Galway ist zwar kleiner als Dublin oder Cork, in Sachen Musik, Kunst und Partykultur liegt es allerdings ganz vorne. Es gibt einfach alles, was ein Nachtleben interessant macht: urige Pubs, Clubs und Bars. Irgendwo ist jeden Abend Livemusik. Fast nirgends kann man - meiner Meinung nach - an einem Abend so viele Leute aus unterschiedlichen Nationen kennenlernen. Unzählige Amerikaner suchen nach ihren irischen Wurzeln, Südamerikaner kommen als Au-pair und andere Europäer machen wie wir ganz einfach Urlaub. Aufgrund der Enge der Pubs und das ein oder andere Pint sind die Menschen sehr gesprächig. Tagsüber hat das Städtchen mit mittelalterlichen Straßen und Wochenmärkten ebenfalls so allerhand zu bieten.

 

Als wir mit dem Bus in Galway ankommen, quartieren wir uns im direkt am Bahnhof liegenden "The Galway Hostel" ein. Das hatten uns in Dublin ein paar Leute empfohlen, denen es wohl so ging wie uns. Denn die Entscheidung war super. Das Pub (www.galwaycityhostel.com) ist einfach total urig und gemütlich und zieht nette und interessante Leute an. Es gibt sechs verschiedene Zimmervarianten: 1-, 2-, 4-, 8 und 12- und 14-Bettzimmer (wenn man die Zimmer nicht komplett bucht, sind sie für Männer und Frauen gemischt (12-70 €). Aus Kostengründen hatten wir die ersten vier Nächte das gemischte 12-Bett-Zimmer. Sehr interessant, allerdings ein Fehler! Für nur 2 € pro Person und Nacht mehr kriegt man das 8-Bett-Zimmer, das dagegen wirklich geräumig und dementsprechend auch sauberer und ruhiger ist. Wirklich ein Riesenunterschied!

Ein Pluspunkt des Hostels ist das Frühstück, das im Preis inbegriffen ist. Es gibt alles was man braucht und obendrein noch so viel man möchte. Das Frühstück lockt allerdings auch ein paar Dauerbewohner an, die etwas seltsam sind. Trotzdem - in der gemütlichen Küche spielt sich alles ab. Jeden Abend wird gekocht, was das Zeug hält - und getrunken! Schon an unserem ersten Abend haben wir eine ganze Truppe von jungen Leuten kenngelernt, mit denen wir zuerst in der Küche ein bisschen vorgeglüht haben (Bierpreise in Galway pro Pint ca. 5 €) um uns dann alle zusammen in die wirklich sehenswerten Pubs von Galway treiben zu lassen.

 

 

Aran Islands


Nachdem uns die irische Natur dann gepackt hatte, standen am nächsten Tag die Aran Islands auf dem Programm. Diese sind übrigens mein persönlicher Geheimtipp!! Unbedingt hingehen!!

 

Die Aran Islands bestehen aus drei Hauptinseln: Inishmore, Inishmaan und Inishere. Sie liegen direkt an der Galway-Bay - nur einige Kilometer von den bekannten Cliffs of Moher an der Westküste Irlands. Sie sind die wohl unberührtesten Inseln im Atlantik. Die fast baumlose karge Landschaft zieht einen sofort in ihren Bann. Einen ersten Eindruck des rauen Klimas bekommt man schon auf der Überfahrt mit der Fähre. Am bequemsten kommt man übrigens von Rossaveal (ca. 40 km von Galway) mit den Island Ferries auf die Inseln. Dorthin fahren ständig Busse. Alternativ kann man für 45€ vom Connemara Airport mit einem Kleinflugzeug hinfliegen. Wir sind auf die größte der drei Inseln gefahren.

 

Idealerweise erkundet man die Insel mit dem Fahrrad. Für 10 € kann man überall eines ausleihen. Bei dem geringen Verkehr auf der Insel ist es auch halb so wild, wenn man im Linksverkehr auf der falschen Seite herumgondelt. Kaum hat man die ersten Kilometer hinter sich, merkt man, dass es sich hier noch um das richtig keltische Irland handelt, was von den Bewohnern so gepflegt und erhalten wird.

 

Unser erstes Ziel ist das Ringfort Dun Aengus. Dort gibt es nicht nur eine historische Stätte in Form einer 2.000 Jahre alten Festung zu sehen, sondern diese Festung ist direkt an die Klippen gebaut, die fast 100 Meter steil zum Meer abfallen. Als wir ankommen und den Eintritt bezahlen möchten heißt es: "It's free - because it's flooded!" Wir lassen uns davon nicht abhalten und gehen rein. Regen sind wir ja langsam gewohnt.

 

Nach 20 Metern, müssen wir allerdings tatsächlich unsere Schuhe ausziehen und unsere Hosen soweit wie möglich hochkrempeln um durch die Wassermassen zu kommen. Als wir uns dann bis zu den Klippen vorgekämpft haben, traut man sich durch den Wind, der dort bläst nur im Liegen bis ganz zur Kante zu robben. Es gibt keine Zäune oder Mauern, die einen davon abhalten, wirklich an der äußersten Kante zum Wasser hinunterzuschauen. Der Blick ist einfach atemberaubend. Nachdem wir unsere Tour über die Insel fortsetzen, sind wir vom - wirklich die komplette Insel überziehenden - Netz von Steinmauern fasziniert. Als wir anhalten, weil die Aussicht auf die raue See extrem eindrucksvoll ist, können wir kaum glauben, was wir dort vor uns sehen: Direkt am Wasser liegen fünf Seehunde faul auf den Steinen und versuchen ein paar Strahlen Sonne abzukriegen. Als es mal wieder zu schütten anfängt, machen wir uns auf den Rückweg zur Fähre. Hervorragende Regenbekleidung von Kopf bis Fuß ist für Irlandreisen wirklich unerlässlich!!

 

Umgebung von Galway


Nachdem wir uns dann partymäßig eingestimmt hatten, wollten wir am nächsten Tag ins Grüne. Zunächst war ein Trip in die Hügel geplant. Es liegen immer Vorschläge im Hostel aus. Einfach umsehen. Der Bus fährt um 8:00 Uhr los. Trotz des - wie leider immer - sehr bescheidenen Wetters, sind wir über die grünen Wiesen gestapft und haben uns von einem echten Vollblutiren etwas über die Geschichte und die Landwirtschaft in Irland erzählen lassen. Nach einem Tee und einem Scone - alles von seiner Mutter eigenhändig zubereitet - durften wir uns noch ein wenig im Abschlag des irischen Nationalsports Hurling versuchen. Das Ergebnis war meist miserabel, die Stimmung aber bombig!

 

Danach ging's an Burgen und Buchten vorbei zum Höhepunkt des Tages: Den Cliffs of Moher. Trotz anhaltenden Dauerregens haben wir uns raus gewagt. Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung! Man muss allerdings schon sagen, dass die Cliffs of Moher sehr touristisch sind. Überall Absperrungen, geteerte Straßen und Touristenbusse. Zuvor waren wir an naturbelassenen Klippen. Diese Klippen waren zwar nicht ganz so hoch, jedoch konnten wir bis an den Rand gehen. Damit wirkten sie sehr viel beeindruckender auf uns.

 

 

Weitere Naturschönheiten im Westen


Als erstes sei hier der CONNEMARA NATIONALPARK genannt. Dieser wurde zum Erhalt von über 2.000 Hektar unberührter irischer Natur mit Bergen, kahlen Hochebenen, grünen Tälern und Mooren angelegt und ist für Naturliebhaber einfach perfekt. Die höchsten Berge (die Twelve Bens) sind zwar 700 und 728 m hoch, dennoch hat man von dort, je höher man kommt, einen Wahnsinnsblock auf die umliegenden Buchten.

 

Außerdem liegt in unmittelbarer Umgebung die außergewöhnliche Karstlandschaft "THE BURREN", der man unbedingt einen Besuch abstatten sollte.

 

Wir können es kaum glauben, aber sogar Baden kann man in Irland. Die DOGS BAY, ein halbrunder Strand in der Nähe von Roundstone zieht viele Wasserratten an. Wem das doch zu kalt ist, der kann über wunderschöne Blumenwiesen zwischen Felsen hindurch bis zum Ende der kleinen Halbinsel wandern.

 

Für diejenigen, die anstatt selbst ins Wasser zu gehen, lieber etwas an Land ziehen, ist LOUGH CARRIB das Richtige. Der wilde, tiefblaue See ist mit seinem enormen Fischreichtum ist ein Anglerparadies und hierfür weltweit berühmt. Vor allem Lachs und Forellen können hier gefangen werden. Die unzähligen kleinen Inseln machen den See auch für Nicht-Angler interessant.

 


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