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Feuer Machen - Lagerfeuer Tipps und Erklärung der Feuerarten

Feuer machen - Feuerarten - Kochen am Feuer - Lagerfeuer Tipps und Tricks


Jedes Feuer ist so individuell, wie die Natur selbst. Ob im Garten oder in der Wildnis. Jedes Lagerfeuer ist einzigartig. Vor allem beim Wildcampen und im Survival Bereich braucht man ein anständiges Feuer. Außerdem gibt es ja wohl nichts romantischeres als Abends am Lagerfeuer zu sitzen, Geschichten erzählen und dabei Gitarre zu spielen. Darüber hinaus kann ein Feuer das Überleben sichern. Zum Beispiel in Notsituationen oder auf Expeditionen. Bei längeren Bootstouren ist ein anständiges Lagerfeuer unerlässlich. Wer draußen schlafen möchte braucht ebenfalls ein wärmendes Feuer. Wer länger draußen unterwegs ist braucht auch etwas warmes zu essen. Da bietet sich ein schönes Kochfeuer an. Es steigert die Moral und man kann so ziemlich alles darauf zubereiten und genießbar machen. Auch das abkochen von Wasser ist in der Wildnis empfehlenswert. Wir zeigen hier alle Feuerarten und gehen auf verschiedene Situationen ein.

 

Die vier Feuerarten - welches Feuer mache ich wofür?


Es gibt vier Grundarten von Feuer und unzählige Formen, wie man das ganze ideal aufziehen kann. Als erstes solltet ihr wissen, was ihr mit dem Feuer bezwecken wollt. Einfach so zum Spaß oder soll eine bestimmte Aufgabe erfüllt werden?

Feuer machen, Feuertanz, Lagerfeuer

 

Das Lagerfeuer

Wird meistens in Pyramidenform aufgeschlichtet und hat eine große Wärmestrahlung. Es raucht nur wenig weil viel Hitze entsteht. Es sei denn das Holz ist nass. Die Flammen lodern oft hoch und hell, das bedeutet natürlich auch einen erhöhten Holzbedarf.

  • Hohe Lichtentwicklung, geringe Rauchentwicklung, hohe Wärmestrahlung hoher Holzverbrauch
  • Blockfeuer (Pagodenfeuer), Pyramidenfeuer, Osterfeuer, Haufenfeuer, Kaminfeuer (rutscht nach)

 

Das Wachfeuer

Muss oft spezielle Anforderungen erfüllen. Es soll Wärme spenden aber nicht unbedingt weithin sichtbar sein. Daher gibt es mehrere Techniken mit denen man das Wachfeuer vor all zu neugierigen Blicken schützt. Bei der Bundeswehr bzw. Armee wird diese Art des Feuermachens gelehrt.

  • Geringere Lichtentwicklung, geringer Holzverbrauch, niedrige Flammen.
  • Grubenfeuer, Sternfeuer, aber auch Gitterfeuer.

 

Das Kochfeuer

Wie der Name schon sagt wird es zum Kochen verwendet. Danach jedoch oft zu einem großen Lagerfeuer ausgebaut. Die Hitze sollte möglichst nach oben wegstrahlen, damit es an der Kochstelle nicht zu heiß wird. Gerade wenn man für mehrere Leute kocht, sollte man ein Grubenfeuer wählen. Hier hat man warme Füße aber keine übermäßige Hitze.

  • Viel Glut auf begrenzter Fläche, viel Hitze nach oben.
  • Sternfeuer, Grubenfeuer, Jägerfeuer, Balkenfeuer (Spieß Grillen)


     

Das Signalfeuer

Egal wie, Hauptsache groß und qualmt :-)
Nachts eignet sich ein Blockfeuer oder Pyramidenfeuer denn diese Feuer leuchten sehr hell und sind weit zusehen. Bitte beachten dass man hierfür viel Holz benötigt. Tagsüber macht man erst ein Feuer lässt es einigermaßen anbrennen und bedeckt es dann mit feuchten Blättern, Moos, Mais oder sonstigen schwer brennbaren feuchten Pflanzen. Dadurch entsteht eine starke Rauchentwicklung die weithin sichtbar ist.

  • Nachts hell (hoher Holzbedarf)
  • Tagsüber qualmend (feuchtes Abdeckmaterial benötigt)

 

Literatur zu Feuer und Feuer machen

Und so machen wir ein Lagerfeuer

Beschreibung - Anleitung


Pyramidenfeuer

Das klassische Lagerfeuer wird direkt auf dem Boden errichtet und daher auch Bodenfeuer genannt. Man säubere eine Stelle von Laub und trockenem Gras um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Ein Steinkranz ist stets von Vorteil.Klassisches Lagerfeuer / Pyramidenfeuer Kleinholz, Reisig, ein paar kleine Stöckchen oder Heckenmaterial sammeln. Je mehr desto besser. Bei nassem Holz empfiehlt es sich Papier und/oder etwas Kartonagen mitzubringen. Mittelgroße Stöcke sammeln. Zwischen finger- und unteramdick. Bei Holzscheiten wird vorher etwas mit der Axt oder einer Hacke aufgespalten.

Das Kleinzeug zu einem kompakten "Feuernest/Feuerherz" aufhäufen. Die mittelgroßen Stücke außen herum zu einer Pyramide aufstellen. Drum herum die großen Stücke oder lange Scheite aufstellen. Ebenfalls in Pyramidenform. Bitte genügend Luft lassen, damit das Feuernest atmen kann. Falls ein leichter Wind weht, kann dieser hilfreich sein. In dem Fall; in der Richtung, aus der der Wind kommt, ein etwas größeres Loch lassen und auf der anderen Seite den ein oder anderen Holzscheit oder Stock zusätzlich anlehnen. Dann hilft der Wind beim Anfachen. Selbstverständlich bereits beim Aufbau die Windrichtung beachten damit keine Funken in einen Wald oder ins Gebüsch fliegen.

 

 

Blockfeuer (Pagodenfeuer)

Ein großes Feuer! Dieses Feuer ist für große Partys in einer Sandgrube oder auf dem freien Feld, einer großen Kiesbank oder Ähnlichem geeignet. Ein Hitzeherd für viele Personen.Blockfeuer / Pagodenfeuer Ich würde sagen zwischen 10 und 30 Leuten. Vorsicht! Wenn der Block mal brennt , bekommt den nur die Feuerwehr oder ein Gartenschlauch mit viel Druck aus. Generell ist dieses Feuer eher nicht für den Garten geeignet, es sei denn man hat ein echt großes Grundstück.

Allerdings sind ein hoher Spaßfaktor aber auch ein hoher Holzverbrauch garantiert. Man benötigt hierzu ca. 40 bis 50 Kanthölzer, Rundlinge oder kleinere Baumstämme von ca. 1,20 Meter Kantenlänge. Man kann auch 80cm bis 100cm lange Rundlinge nehmen, dann wird's etwas kleiner. Je nach Dicke der Hölzer zwischen 8 und 12 Lagen aufeinander Stapeln.

Ein richtiges Blockfeuer ist es dann, wenn's ein Würfel ist. Alles andere ist ein Gitterfeuer :-)
Nun stapelt man die Hölzer entweder wie ein Blockhaus aufeinander, oder man macht Lagen wie bei einem Gitterfeuer. Achtung, bei einem richtigen Block brennt das Teil die ganze Nacht. Blockfeuer ein echtes EreignisEigentlich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man kann den Block außenrum bauen und richtig fixieren. Danach füllt man in der Mitte mit unförmigen Stöcken, Wurzeln und Stämmen auf... Das Ding gibt dann richtig Gas! Bitte auch hier, unten in der Mitte, nicht das Feuernest bzw. Feuerherz vergessen. Sonst brennt der Block nicht von innen nach außen an.

 

Pagodenfeuer

Ist im Grunde das gleiche. Der Unterschied ist nur die Form ,die wie eine Pagode nach oben zusammenläuft. Also quasi oben spitz ist.Pagodenfeuer / Gitterfeuer Wer hier richtig ambitioniert ist, oder seine Gäste beeindrucken möchte, der kombiniert Block und Pagode und hat dann ein brennendes Blockhausfeuer. Die Bauzeit für so ein Teil beträgt mindestens ein bis zwei Stunden. Je nachdem wie routiniert jemand ist.

Ein Blockhausfeuer würde ich für Hochzeiten oder runde Geburtstage empfehlen. Außenh erum Bierbänke oder Baumstämme zum drauf sitzen und die Sache läuft. Noch eine Regentonne mit Gartenschlauch (die kann man dann auch gleich als Bierkühlschrank nutzen) macht die Attraktion perfekt.

Für ein solches Feuer braucht man sehr viel Holz
Kofferaum voll Holz


Sternfeuer

auch hier wird natürlich vorher der Untergrund etwas gesäubert. Alle Brennbaren Materialien werden entfernt oder aber auch in die Mitte gescharrt. So hat man gleich ein brennbares Nest. Zunächst sollte man aber wie beim Pyramidenfeuer beginnen. Sternfeuer / KochfeuerAllerdings un einiges kleiner. Ein Feuernest bauen, kleine Stöcke, Kleinholz, Tannenzapfen etc. um das Feuernest aufschlichten. Drum herum einige Stöcke oder Holzscheite zu einer kleinen Pyramide aufstellen.

Dann werden Äste / Stämme oder Holzscheite von außen sternförmig an das Nest herangelegt, so dass die Spitzen anbrennen. Das Nest anzünden und richtig anbrennen lassen. Das sternförmig angelegte Holz immer schön nachschieben so dass ein Glutherd und Feuer in der Mitte entsteht. Dieses Feuer eignet sich sehr gut als lang brennendes Lagerfeuer. Es ist sicher zu bedienen, das man nicht mit den Händen über die Glut greifen muss um nach zu legen. Also ein Kinder- und familienfreundliches Feuer. Geringer Holzverbrauch und außerdem super zum Kochen und um einen Topf darüber zu hängen.

 

Balkenfeuer (wird auch Lehnstuhl genannt)

Dieses Feuer eignet sich zum Spießgrillen kleiner Tiere und Vögel. Ehrlich gesagt ist es kein besonders praktikables Feuer. Das Problem ist, dass die Balken recht lang sein müssen damit die Pfosten nicht abbrennen.Balkenfeuer Dadurch brennen die Teile aber nur in der Mitte ab... Man zieht also die Seitenteile heraus damit man oben frische Balken nachlegen kann. Die herausgezogenen Teile werden in der Mitte verbrannt.

Man schlägt also vier angespitzte Pfosten in den Boden. Zum Beispiel von einer Birke o.ä. Dazwischen werden drei bis vier Balken oder kleine Stämme von ca. 1,20 m Länge aufgestapelt. Diese werden mit einer Hacke oder einem Messer angespant. So dass die Späne in die Zwischenräume stehen. Das ganze dann mit trockenem Material, Reisig etc. auffüllen. Unten wieder ein kleines Feuernest einbauen und kleine Stöcke zum nachfüttern bereit halten.Balkenfeuer zum Kochen und Backen Brennt lange und hat einen relativ geringen Holzverbrauch. Bei Weichholz ergibt sich ein wärmeres Feuer. An diesem Feuer kann man gut kleine Tiere oder Fische zubereiten wenn man einen großen flachen Stein davor legt. Von unten wird dann quasi gebacken und von oben gegrillt und geräuchert gleichzeitig.

 

Grubenfeuer (das Armeefeuer)

Dieses Feuer ist für die Geheimniskrämer unter uns geeignet... aber auch ein ideales Kochfeuer für mehrere Tage das dem Koch so einiges an Schweiß erspart. Drei Vorteile bietet ein Grubenfeuer: Es hat lange Glut ohne nachgeschürt zu werden.Grubenfeuer das beste Kochfeuer Es sondert die Hitze nach oben ab ohne einem dabei die Beine zu verbrennen. Es ist nicht sonderlich weit zu sehen. Nachteile sind: Wenig Licht, geringere Wärmestrahlung.

Zunächst mit einem Spaten, Klappspaten, Mistgabel oder meinetwegen auch mit den Fingernägeln ein Loch graben. Dieses Loch sollte je nach Zweck ca. 40cm bis 70cm Durchmesser haben und um die 50cm tief sein. Bitte daran denken dass Wurzeln auch unterirdisch durchglühen können. Daher ist im Wald besondere Vorsicht geboten. Nun stellt man außen an die Lochwände Stöcke und kleine Stämme an. Die dürfen anfangs ruhig über den Rand herausschauen. In der Mitte das bekannte Feuernest mit Kleinholz. Wenn das Nest brennt einfach einzelne Stöcke nachfeuern. Vorsicht, nicht zu viel sonst erstickt das Feuer. Will man das Grubenfeuer für ein Lager nutzen das mehrere Tage stehen bleiben soll kann man ein größeres Loch wählen und mit Hartholz anheizen. Dann hat man einen prima Gluttopf.

Grubenfeuer mit Luftkanal

Das gleiche wie oben. Allerdings wird hier nach der Seite ein Luftkanal gegraben. Entweder man hat stabile Erde, in dem Fall gräbt man einfach einen Lufttunnel oder man nimmt einen Stein und stützt das ganze etwas ab. Der Tunnel wird in die Richtung gegraben aus der der Wind kommt.

Grubenfeuer mit Glutpfanne

Hier wird neben der Grube einfach eine Vertiefung ausgehoben. So ähnlich wie eine Pfanne. Hier kann später zum Kochen oder zum Grillen mit einem kleinen Rost, etwas Glut hinüber geschaufelt werden.

 


Reflektorfeuer

Dieses Feuer ist eine besondere Art. Hiermit kann man nasse Stämme trocknen und viel Wärme erzeugen, aber auch ein Feuer bauen das sich in der Theorie selbst nachschürt. ReflektorfeuerDieses Feuer ist im Winter besonders zu empfehlen.

Zwei Stöcke bzw. Stämme werden schräg in die Erde geschlagen. Daran schlichtet man runde Balken oder Stämme auf. Auch Kantholz ist möglich, dann klappt das Nachrutschen jedoch nicht. Der Trockeneffekt tritt trotzdem auf. Auch reflektiert das Holz die Wärme. Darunter wird in der Mitte ein klassisches Pyramidenfeuer entzündet.

Hat man nun noch eine Felswand oder ein Lager im Rücken ist dieses Feuer ein idealer Wärmespender.

 

Schwedenfeuer

Beim Schwedenfeuer wird in einen etwas dickeren Holzstamm ähnlich eines Hackstocks ein Kreuz eingesägt. Früher wurde der Stamm mit der Axt aufgespalten so dass er noch zusammen hielt.

Heute wird meisst mit der Motorsäge ein Kreuz eingesägt. Dann gießt man Brennbare Flüssigkeit in den Stamm und zündet sie an. Die Spitze fängt Feuer.

Will man dieses Feuer auf die Althergebrachte Art entzünden, so nimmt man Holzspäne und Wachs um den Stamm wie eine Fackel anzuzünden.

 

Allgemeines zum Einheizen


Mit einem Kienspan einige Feuerherde im "Nest" entfachen. Eventuell mit Kleinholz und Stöckchen unterstützen. Bei Qualmentwicklung pusten! Wenn die Pyramide mit einem "nahrhaften Feuerherz" versehen wurde, könnt ihr jetzt entspannt dabei zusehen, wie die Pyramide zu brennen beginnt.

Das Pyramidenfeuer ist ein klassisches Lagerfeuer

Falls das Holz nass ist, bitte erst das Nest und den Kranz aus mitteldicken Stöcken aufschlichten und sich darauf gefasst machen, dass man stets Kleinholz nachlegen muss. Die großen Teile außen herum zum Trocknen an das Feuer legen.

Für ein gutes Feuer braucht man ca. 50cm lange und vor allem dicke Äste. Diese werden in Pyramidenform aufgestellt und mit kleineren Ästen unterfüttert. Dadurch wird das Feuer besonders warm und hell. Die Flammen schlagen weit nach oben. In den Sommermonaten kann man mit solch einem Feuer richtige Stichflammen erzeugen.



Verstärkung des Wärmeeffekts


Den wärmenden Effekt eines jeden Feuers kann man verstärken indem man sich eine Wand im Rücken sucht. Eine Felswand oder auch eine selbst errichtete künstliche Wand, z.B. aus Holz.Die Wand reflektiert die Wärme des Feuers So ähnlich wie ein Balkenfeuer nur eben höher. Hierzu schlägt man vier Rundlinge in die Erde und stapelt dicke Äste oder kleine Stämme dazwischen. So kann man auch einen Teil seines Lagers aufbauen.

Auch wenn man sein Zelt im Rücken hat wird der Effekt eines Feuers verstärkt. Vorsicht! Moderne Zelte brennen innerhalb von Sekunden ab. Auch ein Brandloch in einem teuren Zelt ist ärgerlich. Daher mit einem kleinen Feuer, zum Beispiel Sternfeuer arbeiten. Eine Felswand ist immer noch am besten zur Wärmereflektion.

 

Feuerholz / Holzkunde

 

In unseren Breitengraden vor allem in Süddeutschland wird meistens Fichtenholz zum Lagerfeuer verwendet. Solltest du jedoch etwas besonderes vor haben oder speziell heizen oder kochen wollen, hier eine kurze Liste verschiedener Holztypen:

  • Fichte : Brennt sehr schnell an, ist aber harzig. Daher spritzen oft Funken und Glut umher (Vorsicht, Brandgefahr). Bei der Verbrennung entsteht große Hitze, aber kaum Glut,außerdem noch viel Ruß. Dadurch werden Kochgeräte gerne schwarz und rußig. Fichte ist gut zum Anzünden eines Feuers geeignet, zumal die Kernstücke von Fichenästen auch in nassem Zustand noch gut anbrennen.

Fichte ein gutes Feuerholz

  • Buche & Ahorn: Brennen lange und gleichmäßig, entwickeln viel Hitze, daher ideal zum Kochen.

Buche ein echtes Hartholz

  • Eiche: Brennt schwer an, aber wenn es brennt, wird es sehr heiß. Die Glutbildung bei Eichenholz ist enorm. Daher würde ich für ein Grubenfeuer Eiche empfehlen. Falls möglich. Außerdem ist die Eiche ideal für Winterfeuer, Wärmefeuer oder zum Backen und Kochen.

Die Eiche kommt in Deutschland oft vor

  • Birke: Brennt auch in nassem Zustand gut, der Rauch brennt nicht in den Augen. Entwickelt mittlere Hitze aber verbrennt recht schnell. Ideal zum Anzünden ist vor allem die weiße Haut der Birke. Natürlich auch das gespante Holz oder die Äste.

Die Birke eignet sich zum anzünden

  • Obstbäume, Weide, Linde, Pappel, Esche, Kastanie : Brennen schnell weg, heizen kaum und bringen kaum Glut. Es sei denn man nimmt die dicken Äste und Stämme.

 

Anzünden und Zündmittel

 

Streichhözer: Streichhölzer kann man wasserfest machen wenn man sie in flüssiges Wachs taucht (einschließlich des Kopfes). Am Besten eignen sich sogenannte "Überallzünder", also Streichhölzer, für die man keine spezielle Reibfläche braucht. Diese gibt´s in jedem Armyshop oder bei Ebay. Bevor man sie dann benutzt, entfernt man einfach das Wachs vom Zündkopf. Das zusätzliche Wachs läßt außerdem das Zündholz besser und länger brennen. Auf die gleiche Art verfährt man mit der ganzen Zündholzschachtel. Oder man nimmt einfach einen anderen kleinen Behälter.

Zündstahl: Egal ob es nass ist oder trocken. Mit einem Zündstahl kann man immer Funken erzeugen. Outdoorprofis schwören auf den Zündstahl weil man auch nach dem Umkippen mit dem Boot oder einer Flussdurchquerung sofort Feuer machen kann. So ein Zündstahl reicht für bis zu 3000 Zündungen und ist auch noch recht günstig. Den Zündstahl kann man zum Beispiel hier kaufen: Übersicht Zündstahl Produkte bei Amazon

Feuerstein: Zum Anzünden kann man einen Feuerstein verwenden. Der Feuerstein hat eine bläuliche Farbe und eine seltsam wachsige glasige Oberfläche. Die für Vorderlader benutzten hochwertigen Waffenfeuersteine sind teuer, aber wer auf sowas steht...  Um Funken zu Erzeugen schlägt man den Feuerstein gegen einen anderen harten Stein oder gegen rauhen Stahl, sodass der Funken auf den Zunder springt.

Feuerstarter: Zellstoff (Baumwolllappen, Küchenpapier, Toilettenpaier) oder normales faseriges Papier in flüssiges Wachs tauchen. Zum Anzünden braucht man von solchen Feuerstartern nur wenig Material. Daher kann man sie in kleine Stücke scheiden und in einer Wachsgetränkten schachtel aufbewahren. Auch im Baumarkt gibt es solche Teile als Kaminanzünder. Durch das Wachs wird das Papier auch gleichzeitig wasserfest. Man kann auch Holzwolle oder ähnliches selbst in Wachs tauchen.

Zunder: Zunder sammelt man im trockenen Zustand ein und bewahrt es in einem wasserdichten Behälter auf. Guter Zunder sind Samen mit feinen Härchen (z.B. Pusteblume/Löwenzahn), alte ausgefranste Baumwollfäden, Natriumchlorat (aus Streichholzköpfen) auf brennbarem Untergrund und Magnesium. Weiterer Zunder stellt die weiße Rinde von Birken dar, sie brennen sogar im feuchten Zustand, allerdings kann man die Rinde nicht mit Funken in Gang bringen.

Feuerzeug: Ein Feuerzeug ist oft die einfachste Alternative. Bitte Ersatzfeuerzeug nicht vergessen. Vor allem auf längeren Touren. Ein Sturmfeuerzeug ist hier zu empfehlen, denn bei starkem Wind wird's sonst schwierig. Unter Umständen sind hier die anderen Methoden besser. Es gibt auch Sturmstreichhölzer.

Brenngals: Etwas langwierig funktioniert aber. Zunder herrichten. Trockenes Gras oder Moos und Blätter auf einen kleinen Haufen. Das Ganze verdichten. Mit dem Brennglas die Sonne auf einen kleinen Fleck zentrieren und halten... Wenn's lange genug qualmt, anfangen leicht zu pusten. Dann Zunder darauflegen und weiterpusten.

 


Tannenbäumchen (Fuzzy Stick)

Fuzzy Stick, Feuerstock, TannenbäumchenMit dem Messer schnitzt man einen Stock rundherum an bis er aussieht wie ein Tannenbäumchen. Das macht man vor allem bei nassem oder schlecht brennbaren Holz. So fängt der Stock schneller und durchdringender Feuer als wenn man ihn einfach so ankokelt.. Wenn man zwei oder drei solche Stöcke schnitzt, kann man sogar mit wenig Zunder arbeiten.

 

Winterfeuer - Feuer auf Eis


Noch eine Besonderheit ist das Winterfeuer. Ein Winterfeuer kann eine große Herausforderung sein. Obendrein eine besonders nötige, denn unter Umständen kann es beim Anheizen im Winter um Leben und Tod gehen. Wer bei einer Wildnistour mit den Tourenski oder auf einer ausgedehnten Wanderung in einen Fluss oder einen See einbricht, muss sich zwangsläufig aufwärmen. Dazu bleiben oft nur weinige Minuten.

Dann kann es nötig werden, ein Feuer auf Eis oder auf einer geschlossenen Schneedecke zu entzünden. Oft hat man hierzu auch nicht das richtige Material zur Hand. Im Survival Training lernt man sogar, wie man sich mittels eines Feuers retten kann, wenn man einen eiskalten Fluss durchqueren muss. Hierzu ein kurzes Video von Bear Grylls unten. Doch nun erst mal zum Winterfeuer auf geschlossener Schneedecke oder zum Feuer machen auf Eis.

Hilfsmittel hierzu können sein:

  • Messer, Taschenmesser, Jagdmesser
  • Feuerzeug
  • Streichhölzer
  • Papier (egal was man im Rucksack findet)
  • Gaskocher
  • Feuerzeugbenzin
  • Esbit
  • Kerzenwachs

Brennmaterialien:

  • Birkenrinde (bitte immer nur an einer Stelle abschälen! 
    niemals umlaufend, das tötet den Baum)
  • Rinde anderer Bäume (vor allem Laubbäume)
  • Tannenzweige (Harzig)
  • Moos
  • Flechten
  • Grasbüschel
  • trockene Zweige
  • Reisig
  • Stroh
  • Nadelbaum-Zweige

Hat man gar kein Hilfsmittel, ist es so gut wie unmöglich ein Feuer anzubekommen. Dann muss man schon ein geübter Survival-Spezialist sein. Aber ein Feuerzeug oder Streichhölzer genügen schon.

Sind alle Äste am Boden nass oder mit einer Eisschicht überzogen, eingeschneit oder festgefroren, kann man sich auch an Nadelbäumen bedienen. Hierzu muss man sich an die trockenen und abgestorbenen Äste direkt am Stamm heranarbeiten.

Wenn alle Zundermaterialien zusammengesucht sind, macht man sich daran größere und mittlere Äste und Stöcke zu sammeln. Sind diese mit Eis überzogen; das Eis oder den Schnee so gut es geht abklopfen.

Vorgehensweise:

  1. Platz oder Fläche suchen (idealerweise windgeschützt )
  2. Platz säubern
  3. Zunder und Holz zusammentragen und bereithalten
  4. Feuernest bauen
  5. Zundernest bauen
  6. Zundernest zünden und in Feuernest legen
  7. pusten -.... noch mehr pusten :)
  8. kleine Stöcke auflegen
  9. große Stöcke und Äste bereits außenherum zum Trocknen anlegen
  10. langsam nachlegen

 

Auf geschlossener Schneedecke:

Ist der Schnee weich und etwas leichter, versucht man die Stelle frei zu räumen bis man zum Boden kommt. Dazu benutzt man idealerweise einen großen Ast.

Ist der Schnee hart und zu tief, bleibt einem nichts anderes übrig als das Feuer direkt auf dem Schnee zu machen. Dazu tritt man den Schnee auf gut einem Qadratmeter mit den Schuhen fest. Und zwar so fest wie möglich. Eine Unterlage aus Ästen erleichtert das Anzünden.

Auf geschlossener Eisdecke:

Ist man in echter Wildnis unterwegs, also eher so etwas wie Yukon, Alaska, Norwegen, Schweden oder Russland, kann es nötig sein, ein Feuer auf einer Eisdecke zu machen. Ist die Eisdecke dick genug einen Menschen zu tragen, kann man darauf auch Feuer machen.

Hierzu sammelt man mindestens zwanzig ca. 60cm lange und 5cm dicke Äste. Diese schlichtet man dann kreuzweise auf die Eisdecke. So zieht das Feuer die Luft von unten und hat etwas Abstand zum Eis. Darauf dann nochmal eine Unterlage aus dünneren Stöcken damit das Feuernest nicht sofort einbricht. Ein Höllenfeuer sollte man auf einer geschlossenen Eisdecke nicht entzünden, aber ein Kochfeuer funktioniert schon.

Wir freuen uns bei Winterfeuern wirklich über eure Erfahrungsberichte, denn ein Winterfeuer ist immer etwas Besonderes. Bitte benutzt hierzu unsere Kommentarfunktion oder schickt uns eine Email. Wir veröffentlichen auch gerne euren Erfahrungsbericht.

 


Kommentare


tol leseite.hat mir sehr geholfen.
von unbekant am 02.11.2016 | 10:10
Daumen hoch für diese Seite!
Lediglich die Infos zu den Brennwerten der Holzarten sind nicht ganz korrekt (insbesondere Esche).
Update bekommt ihr auf http://www.forstservicefuchs.de/pdf/Brennwerte.pdf
von Tossn am 30.08.2016 | 16:29
Heyho,
Kennt ihr vielleicht eine Methode wie man aus einem Holzstück was an einer Seite Glühend ist ohne zugabe von weiterem Holz oder ähnlichem, eine Flamme bekommt?

lg.
von Kisster am 30.06.2013 | 22:36
Ich bin Autor und habe ein fiktives Feuer zwischen drei Zelten und einem Felsüberhang. Es soll leichtem bis mäßig starkem Sommerregen und mäßig starkem Wind standhalten und am besten auch die drei Lagernden etwas wärmen. Wenn es geht sollte es nicht weithin sichbar sein und nicht Tage später noch gut erkennbar sein, diese beiden Kriterien sind aber bloß von niedriger Priorität.
Welches Feuer würdet ihr mir empfehlen?
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Antwort Nature-X
Hallo,
das einzige Feuer das man dazu wirklich verwenden kann ist das Grubenfeuer. Vorsicht bitte mit den Zelten. Moderne Zelte fangen enorm schnell Feuer. Und da ihr drei Zelte drum herum positionieren wollt, steht eines davon immer in Windrichtung.
Eher würde ich die Zelte nebeneinander stellen, das Feuer etwas weiter weg entzünden und dafür warme Schlafsäcke nehmen. Ein Lagerfeuer eignet sich NIE um ein Zelt zu heizen!.
Ausnahme: Ein Indianer-Tipi oder riesiges Bundeswehrzelt aus robustem Stoff mit Kaminabzug.
von Santa Muerte am 23.06.2013 | 18:18
Hi Leute,

wir machen sehr oft Feuer in der Wildnis. Dabei haben wir nun euer Kochfeuer mit der Grube ausprobiert. Wir haben eine 50x50 große runde Grube ausgehoben und darüber ein Sternfeuer mit langen Ästen angezündet. Auf diese Art hat sich die Grube nach und nach mit Glut gefüllt. Das gute an dieser Sache ist, dass man über mehrere Tage immer einen heißen Gluttopf hat.

Darauf muss man lediglich einige Äste legen. Diese fangen nach kurzer Zeit an zu brennen.
Guter Tipp.

Vielen Dank
Zoran
von Zoran am 22.03.2012 | 16:25

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