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Zelten, Wildcampen, Camping in der Natur, draußen schlafen, Campen

Wildcamping und Feuerstellen. Draußen Schlafen in der Natur

Wildcampen ist verboten. Zumindest in Deutschland, Italien, Österreich und so weiter. Aber stimmt das auch wirklich oder bewegen wir uns eher in einer rechtlichen Grauzone?? Wichtig beim Wildcampen und "Lagern" in der Natur ist immer, dass man die Eigentumsrechte und die Privatsphäre anderer Menschen nicht stört. In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland, kann es daher schnell zu Konflikten kommen:  Unten findet ihr einige Reglen- Diese sollte man beim Wildzelten beachten.

Die landläufige Meinung ist, es sei strafbar wild zu zelten. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Eigentlich begeht man nämlich nur eine Ordnungswidrigkeit. Und das Übernachten im Freien ohne Zelt, also das Biwakieren, ist gar nicht strafbar. Darüber hinaus kann man sich stets auf seinen guten Menschenverstand verlassen. Wo kein Kläger da kein Richter. Wenn man dann auch noch nett und freundlich mit Besitzern redet, oder den Landwirt bzw. Grundbesitzer fragt, dann darf man oft einfach auf dem Grundstück übernachten.

Hinzu kommt eine Vielzahl von Bergregionen in denen es kein Problem darstellt, seinen Schlafsack und seine Isomatte auszurollen.

Beim Feuer machen gestaltet sich die Situation schon schwieriger. In manchen Fällen wurden schon hohe Bußgelder verhängt, allerdings war dabei immer Schaden entstanden oder es wurden Naturschutzgebote verletzt. Auch hier gilt: Wer sich vernünftig und angemessen verhält, dem passiert nichts. Bei Waldbrandgefahr muss man sich das Feuerchen machen eben verkneifen.

Wir stellen hier eine Liste schöner Übernachtungsmöglichkeiten mit direkter Ortsangabe zusammen. Diese Liste ist nur ein Anhaltspunkt über verschiedene Gebiete. Wir übernehmen keinerlei Verantwortung.

Die rechtliche Lage beim Wildcampen und Wildzelten sowie Feuer machen ist in Deutschland nicht ganz eindeutig. Daher findest Du auf dieser Seite Informationen hierzu.

 

Wie man sein Lager beim Wild Camping sauber hinterlässt


"Hintelasse nichts als einen Fußabdruck"

Wer draußen schläft und das auch noch in der "wilden" Natur, der sollte sich an folgende Regeln halten:

  • Verhalte Dich ruhig
  • Werde nicht sesshaft und bleibe nicht zu lange an einem Ort
  • Mache nur ein kleines Feuer
  • Dein Feuer muss absolut sicher sein (Waldbrand, Ausbreitung etc.)
  • Musik beim Wildcampen ist Tabu (Ghetthoblaster)
  • Nimm deinen Müll wieder mit!
  • Camping niemals in Naturschutzgebieten
  • Nie Äste von "lebender" Vegetation abbrechen
  • Beachte Verbotsschilder
  • Camping nie in Naturschutzgebieten
  • Feuer unbedingt wieder löschen. Abnässen und Abdecken
  • Störe keine Tiere (Brut, Nest, Höhle, Bau)

Wir waren beim Paddeln und haben uns (trotz Trockenheit) ein kleines Kochfeuer gemacht, um eine Suppe zu kochen. Dabei standen stets Wasserflaschen zum Löschen bereit, denn drumherum war es wirklich sehr trocken. Wir haben alles so hinterlassen, wie wir es vorgefunden haben.

Hier eine Bilderserie wie man einen Lagerplatz mit Kochfeuer sauber hinterlässt

Klettersteige - Höhensteige - Höhenwege ein kleines Feuer bei absoluter Trockenheit Ein sauber aufgeräumter Lagerplatz ein kleines Kochfeuer tuts auch

Angelandet

Zum Mittagessen angelandet - Mecklenburger Seenplatte ist weitläufig und macht hungrig. Da es zur Zeit absolut trocken ist, muss man sehr aufpassen.

 

Kochfeuer gemacht

Zum Mittag gabs Kartoffelsuppe mit Zwiebeln und ein paar Bucheckern. Als Salat hatten wir Sauerampfer, Löwenzahn und Brennesseln.

 

Sauber aufgeräumt

Damit in der Trockenheit nichts anbrennt, haben wir das ganze Areal mit Wasser gewissenhaft abgelöscht und anschließend wieder abgedeckt.

 

Besser kleines Kochfeuer

Auf einem zu großen Feuer lässt sich nicht gut kochen. Wer unterwegs nur schnell etwas essen möchte hat danach den Lagerplatz auch gleich sauber.

 

 

 

 

Einige Tipps zu Ablauf und gutem Gelingen


Platz aussuchen

Zunächst musst du dir einen geeigneten Platz aussuchen. Dabei kann dir Ortskenntnis, Tipps von Freunden oder einer Internet Community helfen. Außerdem gibt es heute Google Maps oder Openstreetmap um sich die Umgebung und die Entfernungen zu Straßen, Dörfern und Häusern anzusehen. Oben in der Liste sind einige Orte aufgeführt an denen man sicher, keineswegs aber rechtmäßig Wildcampen oder Feuer machen kann.

Auch in Deutschland gibt es Gegenden wo draußen Schlafen kein Problem darstellt. Die "Boofen" in der Sächsischen Schweiz, weite Teile Brandenburgs und große Kies- und Sandbänke an den Flüssen Deutschlands. Daher sind solche Plätze zu bevorzugen.



Ausrüstung packen


Bestimme deine Ausrüstung immer so, dass du sie leicht tragen kannst. Wichtig ist dass du nicht zu viel Material mitnimmst. Vergessen sollte man aber auch nichts. Beim Biwakieren nach einer Regenperiode ist etwas Zunder erforderlich. Eine wasserdichte Isomatte und ein anständiger Schlafsack ersparen dir ein Zelt. Damit befindest Du dich automatisch in einer anderen Rechtslage. Streichhölzer oder Feuerzeuge sind nicht so gut geeignet wie ein Feuerstahl.


Zeit richtig wählen

Bist du länger unterwegs, beispielsweise auf einer mehrtägigen Wanderung, dann sind die beiden ersten Punkte wohl nicht immer 100% einzuhalten. Also musst du dir spontan einen Platz suchen. Das funktioniert auch. Wichtig ist, einen Platz ausgesucht zu haben, bevor es richtig dunkel ist. Die Dämmerung ist die ideale Tageszeit. Vor Einbruch der Dunkelheit oder in der Dämmerung ankommen, alles vorbereiten. Das Zelt oder Lager wird dann erst nach Einbruch der Dunkelheit aufgeschlagen. Idealerweise ist man auch vor dem Morgengrauen wach. Wer dann sein Zelt oder Lager schon wieder zusammen gepackt hat, der läuft auch nicht Gefahr mit Fragen konfrontiert zu werden.


Nicht sesshaft werden

Sich über längere Zeit im Freien aufzuhalten und dies auch noch an ein und dem selben Lagerplatz, erfüllt den Tatbestand der Landstreicherei und des Landfriedensbruchs.


Beim Lagern ertappt. Und nun?

Die Menschen die du draußen triffst, sind oft selbst Naturbegeisterte. Verhältst du dich anständig, wird keiner etwas gegen deine Outdoor Aktivitäten sagen. Erfahrungsgemäß regen sich deine Mitmenschen dann auf, wenn Müll herumliegt, Feuer qualmend brennt und Musik und Gegröle zu hören ist.

Wer kann dich belangen? Grundsätzlich kann dich nur ein Polizist oder ein ausgewiesener Ranger, oder Parkhüter sowie ein Forstbeamter zur Herausgabe deiner Personalien zwingen. Alle anderen haben nicht einmal das Recht dir in irgendeiner Art und Weise nahe zu kommen.

Festnehmen oder Festsetzen darf dich nur die Polizei oder ein Forstbeamter der Aufsichtsbehörde. Hierzu darfst du dir den Ausweis des Beamten zeigen lassen.

Förster, Fischer, Wichtigtuer oder gar selbsternannte Naturschützer können aber natürlich die Polizei hinzuziehen. Daher gilt immer. Sei nett zu jedem und unterhalte dich mit den Leuten. Du wirst sehen, sie haben die gleichen Interessen.

 

Rechtslage zum Wildcamping in Deutschland



Auf dieser Seite wird keine Rechtsberatung durchgeführt. Unser Hinweistext zur rechtlichen Lage hat keinen Anspruch auf Richtigkeit und ersetzt keinen anwaltlichen Beistand.



Zunächst gilt, dass alle Menschen in diesem Land frei sind. Außerdem gibt es in Deutschland und anderen Ländern ein "Gemeingebrauchsrecht" und ein "Allg. Betretungsrecht" Vor allem wird dies im Landes Waldgesetz und wenn nicht dort im Bundes Waldgesetz geregelt.

In diesem Gesetz ist verankert, dass staatliches Gelände, also Allgemeineigentum von jedem genutzt und betreten werden darf. Außerdem steht darin geschrieben, dass ein Flur- und Naturgrundstück, das weder eingezäunt, noch durch Schilder als Privatgrund kenntlich gemacht ist, der Allgemeinheit als zugänglich anzusehen ist.

Auch für Gewässer und Fluren gilt ein allgemeines Betretungsrecht zum Zwecke der Erholung und Genuss der Naturschönheiten. Dies gilt für Wanderer, Bootfahrer und Fahrradfahrer gleichermaßen. Allerdings werden diese sog. Freiheitsparagraphen durch andere Gesetze berührt oder eingeschränkt. Beispielsweise durch das Eigentumsrecht, das Naturschutzgesetz oder durch Sondernutzungsrechte. Darüber hinaus bestehen Verbote für Tätigkeiten wie Feuer machen.

 

Lagern bzw. Biwakieren (ohne Zelt)


Unter Lagern versteht man einfaches Rasten oder Pause machen. Selbstverständlich ist das überall, wo man ein Betretungsrecht hat, auch erlaubt. Der Übergang zwischen Campen und Lagern ist fließend. Daher kann oft nicht geklärt werden, ob der Beschuldigte nur eine schlichte Pause macht oder bereits biwakiert/kampiert.

Lagern kann man auch mit einem wasserdichten Schlafsack, einem Biwaksack oder einem großen Schirm als Ersatz für das Zelt. Ein Tarp, ein Poncho oder nur ein Schlafsack mit einer Isomatte als Unterlage gelten ebenso als Lagern.

Als Biwakieren ist das »Kampieren außerhalb von Campingplätzen während eines kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraumes im hochalpinen Gelände« bezeichnet. Von Biwakieren spricht man also nur beim Bergsteigen.

Unter Kampieren versteht man das »Nächtigen von Personen in mobilen Unterkünften, wie Zelten, Wohnwägen, Kraftfahrzeugen, Wohnmobilen, Mobilheimen und dergleichen im Rahmen des Tourismus«. In der Regel ist das Biwakieren vom Campingverbot ausgenommen.

Es handelt sich also um eine rechtliche Grauzone. Wird man hier ertappt, kann man sich also darauf berufen, dass man nur die Vögel beobachtet oder sich eine andere glaubhafte Ausrede einfallen lassen.

Das Zelten auf (öffentlichen) Wegen stellt eine genehmigungspflichtige Sondernutzung dar.

 

Wildcamping mit dem Zelt


Grundsätzlich darf auf öffentlichem Gebiet nur an speziell gekennzeichneten Orten gezeltet werden. Ansonsten ist das Übernachten im Zelt verboten. Man begeht also eine Ordnungswidrigkeit. Allerdings keine Straftat. Das ist ein entscheidender Unterschied. Vor allem bei Bußgeldern und Verfolgung. Erwischt einen die Polizei beim Wildzelten, kann bei einer Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld bis 100€ verhängt werden... Muss aber nicht. Eine Straftat hingegen muss bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht werden. Da hilft auch keine gute Argumentation.

Zeltet man in einem Gebiet in dem das Zelten offiziell durch Hinweisschilder verboten ist, können Strafen bis 10.000,-€ verhängt werden. Dies legt das Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde fest. Die gesamte Rechtslage zum Thema Wildzelten ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, sondern immer Sache der Kommune.

Straftaten in diesem Zusammenhang wären: Brandstiftung, Hausfriedensbruch, Landfriedensbruch oder  Sachbeschädigung. Siehe unten.

 

Feuer machen


Unter Feuer versteht man, offenes Feuer, Lagerfeuer, Grillfeuer, Fackeln, Kerzen und auch Campinggas-Kocher. Nun dürfte jedem klar sein, dass weder Förster, noch Feuerwehr, noch die Polizei eine Kerze oder Kocher mit einem 5m Blockfeuer gleichsetzen.

Grundsätzlich muss man sich 100Meter vom Wald fernhalten. Auch muss die Stelle zum offenen Feuer machen geeignet sein. Beispielsweise direkt an einem Fluss auf einer nicht brennbaren Unterlage, wie einer Kiesbank oder in einer Sandgrube.

Die Bußgelder, falls verhängt, erhöhen sich durch das Feuer machen oft stark. Auch das Feuer machen wird vom Ordnungsamt der Kommunen geregelt und ist somit nicht landes- oder gar bundesweit einheitlich geregelt.

 


Hausfriedensbruch, §123 StGB

Wer vorsätzlich gegen den Willen des Berechtigten in dessen befriedeten Besitztum eindringt, begeht den Hausfriedensbruch. Befriedetes Besitztum ist, einfach gesagt, erkennbar abgegrenzte Gebiet (im Zweifel: Wiesen die durch Hecken, Zäune, Mauern oder mehr geschützt sind).
Wer nur auf einer nicht-abgegrenzten Wiese eines Bauern zeltet, begeht den Hausfriedensbruch nicht (es sei denn, er wird aufgefordert zu gehen und tut das nicht). Der Besitzer kann dich dann auffordern zu gehen und evtl. vorhandenen Müll zu entsorgen oder Schaden zu ersetzen (s.u.).

Sachbeschädigung, §303 StGB
Strafbar ist nur die vorsätzliche Sachbeschädigung. In jedem Fall gilt: der Täter hat den Schaden zu ersetzen bzw. zu beseitigen.
Beim kurzweiligen Aufstellen eines Zelts auf einer Wiese oder im Wald entsteht in der Regel kein Schaden. Anders sieht es allerdings bei einem Kornfeld oder einer Zierwiese aus.
Zelten in einem bepflanzten Rapsfeld kann zum Beispiel eine Sachbeschädigung sein und zum Schadensersatz verpflichten!

Brandstiftung, §306 StGB
Brandstiftung ist das vorsätzliche oder fahrlässige (unerlaubte) Inbrandsetzen eines nicht dazu bestimmten Sachgutes.
Mit Feuer muss man beim Wildcampen immer sehr vorsichtig sein. Delikte im Zusammenhang mit Feuer ziehen oft hohe Strafen und Schadensersatzansprüche nach sich.

 


Kommentare


Hallo Leute, ich bin seit 40 Jahren begeisterter Wildcamper und werde es weiter tun. Meine Erfahrungen sind durchweg gut, wenn man Mutter Erde würdigt, vorsichtig mit Recourcen umgeht, freundlich ist und seine Platz sauberer hinterlässt als man ihn vorgefunden hat klappt es eigentlich immer.
Angebot: Für Wanderer Platz zum Campen in meinem Wald, Kreis Kassel. Fon: 0173 7845639
MfG D.E.
von dieter engelhardt am 02.07.2016 | 12:48
Gute Infos, allerdings gibt es Dinge, die besser Tippfrei bleiben sollten - etwa die schönsten Orte. Sonst ist der Ärger durch zu große Besuchszahlen vorprogrammiert.
Und: die "Landstreicherei" gibt es nicht mehr (seit 1974), wie es mir auch schwerfällt, hinter einer Übernachtung einen Landfriedensbruch zu entdecken, wenn kein Zaun o.ä. überwunden wurde...
von Peter am 11.06.2016 | 13:14
Hallo, kann mir jemand Tipps geben, wo man in Bayern, Österreich oder Norditalien mit einem Minibus wild campen kann? Bin für jeden Tipp dankbar.
Grüße
Karla
von Karla am 09.06.2016 | 12:18
Hallo Tom,
dazu kann ich leider nur auf den ersten Satz oben in der Website verwiesen. Wir machen hier keinerlei Rechtsberatung. Was ihr wo tut liegt allein in eurer Verantwortung.
von Nature-X am 11.04.2016 | 10:54
Hallo,

ihr schreibt hier in diesem Artikel das biwakieren überall erlaubt sei - lt. Auskunft von Frau Mag. Kaiser ist biwakieren bzw. lagern bei Dunkelheit mit Vorsatz nach österreichischem Recht verboten. Darf ich fragen wo ihr diese Info her habt das es erlaubt sei?

Liebe Grüße
Tom
von Thomas am 08.04.2016 | 13:35

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