Discover Outdoor
 
Steinernes Meer in Berchtesgaden

Hüttenwanderung durch die Berchtesgadener Alpen am Steinernen Meer

Übermittlung Deiner Stimme...
1Bewertung: 4.0 von 5 - 4 Stimme(n).
Klick auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.


Bei der Wanderung rund um den Watzmann kommt man durch wunderschöne, völlig abwechslungsreiche Gebirgslandschaften. Die Einsamkeit im Steinernen Meer ist genauso beeindruckend wie die kleine Bootsfahrt auf dem komplett vom Gebirge eingeschlossenen Königsee, mit der wir unsere Tour beginnen und auch abschließen.

Pluspunkte
Der Ausgangspunkt am Königssee ist gut mit der Bahn zu erreichen, sodass man auch mit Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein kann. Auf der Tour gibt es jede Menge Hütten und dadurch eine große Variationsmöglichkeiten für diese Mehrtagestouren.

Tipps
Da die Tour sehr schön und auch nicht so schwierig ist, ist zu Ferienzeiten und überhaupt im Sommer sehr viel los. Gerade an den Wochenenden ist es daher wirklich zu empfehlen, die Schlafplätze auf den Hütten vorzureservieren. Außerdem gibt es fast auf der kompletten Strecke kein Handynetz, sodass eine kurzfristige Reservierung schlecht möglich ist.

Anforderungen
Wie schon erwähnt, ist die Tour nicht besonders schwierig und führt hauptsächlich über gute Bergwege. Daher können sie auch Anfänger bewältigen. Lediglich bei einigen Gipfelzielen, wie Breithorn oder großer Hundstod müssen hin und wieder die Hände zu Hilfe genommen werden.

 

Anfahrt von München aus


Mit der Bahn:

Von München HBF nach Königssee (Schönau am Königssee) von dort zu Fuß zum Parkplatz Königssee

Mit dem Auto:

Von München auf die Salzburger A8. Dann entweder in Pieding abfahren und über Bad Reichenhall und Berchtesgaden nach Schönau am Königssee.

Oder über die A8 bis zur Tauernautobahn via A1 (AUT) und A10 (AUT) Anschlußstelle Salzburg Süd (neu Anif) Richtung Süden via Berchtesgaden nach Schönau am Königssee.

Bootsfahrplan Königssee LINK

 

Hütten

Kärlinger Haus
www.kaerlingerhaus.de
Tel.(Hütte) +49 (0)8652 - 609 101 0 
(während der bewirtschafteten Zeit) Satellitentelefon 
Achtung Satellitentelefon! Bitte bedenken Sie, dass Sie zeitversetzt sprechen.
Tel. Tal (außerhalb der bewirtschaften Zeit):+49 (0)8650 - 513

+49 (0)8650 - 513

 

 

 

 

Riemannhaus
www.riemannhaus.de
Tel./Fax     +43-6582-73300
E-Mail       riemannhaus@aon.at
außerhalb der Saison:  +43-664-3575284

Ingolstädter Haus
www.ingolstaedter-haus.de
Tel. mobil +43-664-1605733 
Tel./Fax Hütte +43-6582-8353
email: info@ingolstaedter-haus.de

 

Diese Tour ist zu verbinden mit:


Hoher Göll Überschreigung - Carl v. Stahl Haus
2 Tage Berchtesgaden - Hoher Göll

Klettersteigbeschreibung unter
Mannlsteig - Mannlgrat

Klettersteig am gleichen Berg
Schustersteig - Kamin, Rauchfang

 

Wegeverlauf - Hüttenbeschreibung - Tagesetappen


TAG 1:
Aufstieg zum Riemannhaus (2.177m, DAV)

Wegverlauf: Königsee – St. Bartholomä – Saugasse – Kärlinger Haus – Riemannhaus

Als erstes stellen wir unser Auto auf dem Parkplatz in Königsee ab und bezahlen die Parkgebühr für 4 Tage im Voraus. Von dort laufen wir den Fußweg zum Königsee, wobei wir an vielen Sport- und Souvenirgeschäften vorbeikommen. So können wir auch noch die vergessenen Fleecehandschuhe besorgen. Als wir dem netten Verkäufer auf Nachfrage erzählen, dass wir um den Watzmann laufen möchten, schenkt er uns jedem ein Glücksschweinchen. Die Boote fahren im Sommer alle paar Minuten, der Andrang ist aber auch groß.

Nachdem wir die Tickets erstanden haben, werden wir 35 Minuten lang mit witzigen Anekdoten zum Umland und sogar mit einem Trompetenecho sehr gut unterhalten. Als wir in St. Bartholomä von Bord gehen, freuen wir uns allerdings auch endlich von den Touris wegzukommen. Der Weg führt am Seeufer Richtung Süden entlang und geht dann am Wald gleich steil bergauf über Schrainbachalm zur Saugasse, die ihren Namen wirklicht zu recht trägt. Wenn man die 20. Serpentine hinter sich hat, weiß man Bescheid!

Oben geht's dann weiter zum Kärlinger Haus. Bis hierher ist der Weg mit 4¾ Std. angegeben, was einem am Anreisetag eigentlich schon reicht. Allerdings war das Kärlinger Haus von Samstag auf Sonntag leider schon ausgebucht. Daher machen wir  auf der Sonnenterasse, die wunderschön auf den Funtensee blickt, nur ein kleines Päuschen. Als wir nach Kirschstreusel und Buttermilch wieder Richtung Riemannhaus aufbrechen, ernten wir von den Umsitzenden erschrockene Gesichter. Doch wir sind gut drauf und machen uns auf den dreistündigen Weg, am linken Seeufer vorbei, wo die kältesten Temperaturen Deutschlands gemessen wurden und uns eine ganze Kompanie fetter Murmeltiere über den Weg läuft. Hinter'm See geht's über Wiesen durch's Baumgatterl und weiter hoch zum faszinierenden steinernen Meer, wo wir dann auch schon fast alles an Höhe erreicht haben.

Als wir dann nach 2½ Stunden am Riemannhaus ankommen sind wir auf unsere geschaffte 1.400 Höhenmeter stolz und doch recht müde. Doch schon eine Stunde später planen wir am eng gedrängten Tisch bei Schnitzel und Leberkäs schon die Touren für den nächsten Tag.

 

TAG 2: Riemannhaus – Ingolstädter Haus

Wegverlauf: Riemannhaus – Aulhöhe – Praterstern – Ingolstädter Haus

Nachdem wir jetzt schon am Riemannhaus sind, das in der Ramseider Scharte am Südrand des Steinernen Meeres liegt, haben wir heute nur noch einen 2½ stündigen Weg bis zum Ingolstädter Haus. Deshalb können wir bei wunderschönem Wetter den ein oder anderen Gipfel "mitnehmen". Als erstes geht's aufs Breithorn, von wo aus wir auch den Saalfeldener Höhenweg (Gratwanderung über Mitterhorn + Ahlhorn) nehmen könnten. Der ist uns allerdings doch ein bisschen zu luftig. Uns reicht der kleine Steig mit einigen ausgesetzten Stellen am Breithorn.  Nach einem atemberaubenden Rundumblick steigen wir wieder hinunter und gehen direkt weiter auf den Gipfel des Sommersteins.

Nach zwei Gipfeln gönnen wir uns eine Backerbsensuppe im Reimannhaus und sind somit gestärkt für den Weg zur nächsten Hütte. Der Eichstätter Weg führt uns nordwärts durchs Steinerne Meer. Die ständig wechselnden Gesteinsformationen und die perfekte Aussicht auf die Watzmann- und Hundstodmassive sind wirklich verblüffend. Dadurch sind wir vom doch nicht zu unterschätzenden hinauf bis zur Aulhöhe (2.309) und wieder hinunter bis zur Wegkreuzung Praterstern abgelenkt.  Auf der Hochfläche mit den massiven Gesteinsblöcken müssen wir, obwohl wir unser Tagesziel schon vor Augen haben, noch ein paar Fotos scheißen.

Als wir dann schließlich doch am Ingolstädter Haus ankommen, werden wir von Hüttenhund Berto begrüßt und staunen als der Kellner "Taxi" ruft und mit der Seilbahn ins Tal befördert wird. Nach einem nicht gerade alltäglichen Sonnenuntergang genießen wir die Gemütlichkeit der blitzsauberen Hütte.

 

TAG 3: Ingolstädter Haus – Kärlinger Haus

Wegverlauf: Ingolstädter Haus – Hundstodscharte – Hundstodgatterl – Kärlinger Haus

Es regnet. Völlige Ratlosigkeit beim Frühstück in der gesamten Hütte. Doch während andere nach dem kürzesten Weg zur nächsten Seilbahn fragen, beschließen wir mit den gestern kennengelernten Hüttenbekannte den großen Hundstod zu besteigen. Trotz Widerspruch von allen Seiten, wir würden ja absolut nichts sehen dort oben, machen wir uns mit Regenklamotten und Euphorie auf den Weg.

Bei ein paar Schneeflocken auf dem Gipfel ist die Aussicht zwar, wie befürchtet, tatsächlich nicht vorhanden aber die kleinen Kletterpartien unterwegs machen den "Weg zum Ziel".  Außerdem ist der Weg durch  die perfekten Markierungen auch bei schlechterem Wetter gut zu finden. Auf dem Runterweg denken wir uns, dass es doch nichts Schöneres gibt, als sich hungrig und wieder trocken bei Kaiserschmarren und Kaba an den warmen Kachelofen zu lehnen. Gedacht – getan.

Wieder vollständig trocken und erholt geht's erstmal mit etwas Stolperei leicht bergab über große Brocken, die bei dem Wetter natürlich etwas glitschig sind, bis zur Hundstodscharte. Unterhalb des Hundstodgatters zweigen wir südöstlich ab und gehen unterhalb an Hirschwand und Hirsch vorbei Richtung Süden, wo von der Weißbachscharte ein Steig herüberkommt. Auf diesem rechtshaltend weiter abwärts bis zum Kärlinger Haus. Dort ist trotz Montag Abend richtig was los und so kommt's zu einer gemütlichen Hüttengaudi bei Schinkennudeln und Rotwein. Lasst euch von dem etwas mageren Angebot auf der Karte des Kärlinger Hauses nicht entmutigen. Abends kommt noch eine ziemlich umfangreiche Tageskarte dazu.

 

Tag 4: Abstieg nach St. Bartholomä

Nach einem reichhaltig gedeckten Tisch beim Frühstücksbuffet und aufgewärmten Bergschuhen starten wir unseren Abstieg. Das Wetter ist jetzt auch wieder auf unserer Seite und so geht’s vom im bekannten Nebel liegenden Funtensee wieder abwärts Richtung Saugasse. Diese ist bergab auch nicht mehr so schlimm, sodass unser Abstieg nach den anstrengenderen Touren der Vortage der reinste Spaziergang ist.

Unten am Königssee blicken wir noch eine Weile in das kristallklare Wasser bevor uns der Weg zurück zum Bootsanleger und leider zu den Touristenmassen führt.

 


Kommentare


Keine Kommentare

Artikel kommentieren


 
 
 
 
Geben Sie die Zeichen aus dem unten angezeigten Bild ein.
   
 

* - Pflichtfeld