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Gipfelaufbau des Zuckerhütl

Die einsame Seite der Stubaier Alpen - Zuckerhütl über die Hildesheimer Hütte

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Die Stubaier Alpen sind vor allem vom Wintersport bekannt. Ebenso das Ötzal mit seinem Touristenort Sölden. Wer vermutet da eine der einsamsten Gegenden der ganzen Alpen. Der Alpenverein nannte diese Bergregion in einem Artikel: "Die stille Seite von Sölden" und genau das ist sie auch.

Die wundervoll gelegene Hildesheimer Hütte schmiegt sich an einen Grat der zwischen Gletschern aufragt. Schwer zugängliches Gelände das am Ende des Windachtals liegt. Über den wenig bekannten Ötztal Trek steigen wir zur Hütte auf.

Die Hütte ist die erste Station zu einer wundervollen Hochtour ins Herz der Stubaier Alpen. Zum höchsten Berg der ganzen Umgebung. Dem Zuckerhütl mit 3507m. Ein tief blauer Himmel und Wahnsinns-Fernsicht.

Versierte Skitourengeher können diese Tour auch im Winter von der Dresdner Hütte aus gehen. Dazu ist allerdings viel Erfahrung und gute Ortskenntnis nötig. Im Sommer ist die Hochtour zum Zuckerhütl eine Genusstour für Bergliebhaber - denen ein anstrengender Tag mit Auf- und Abstieg das gibt, was sie suchen - ein echtes Bergerlebnis.

Hochtour zum höchsten Stubaier - Dem Zuckerhütl

 

 

Tourencharakter


Kletterei: Mittlere Kletterei. Allerdings in sehr ausgesetztem Gelände. Absolute Coolness und Schwindelfreiheit ist also Vorraussetzung
Schwierige Wanderung


Hochtour: Im Herbst sind die Gletscherspalten außerordentlich gut zu sehen. Daher ist diese Tour auch ohne Bergführer gehbar. Die Kenntnis der Ausrüstung ist natürlich Vorausetzung.
Schwierige Wanderung

Aussicht: Da man sich auf dem Alpenhauptkamm befindet, und zwar in bis zu 3507m Höhe, ist die Aussicht bombastisch. Der Gipfel ist zwar nicht so exponiert, dafür hat man aber einen tollen Blick auf Gletscher sowie Nord-, Süd-, Ost- und Westalpen... 
Sehr gute Aussicht

 

 

Benötigte Ausrüstung - Empfehlungen


Diese Hochtour ist nur für Bergerfahrene geeignet. Es handelt sich nicht um eine Wanderung. Wer sich nicht über Umgang mit Ausrüstung und ausgesetzten Kletterpassagen in freiem Fels im Klaren ist, sollte eine andere Tour wählen.

Beim Aufstieg bitte ausreichend trinken. Die Himmelsleiter ist eine Südflanke mit starker Sonneneinstrahlung ohne Schatten. Bitte an Kopfbedeckung denken.

Vor Antritt der Haupttour auf das Zuckerhütl bitte beim Hüttenwirt und/oder der Bergwacht über aktuelle Wetter- und Bergkonditionen erkundigen.

Eine Hochtouren Ausrüstungsliste findest Du hier...

 

1. Tag: Aufstieg über "Ötztal Trek"


Unser Auto stellen wir direkt hinter Stubai ab. Von hier geht's erstmal auf einem Forstweg bis zum Gasthof Fiegl, auf 1.965 m. Bis dorthin kann man für 7,50 € pro Person und Richtung auch mit dem Taxibus fahren.

 

Direkt nach dem Alpengasthof zweigt links der Ötztaltrek ab. Über die so genannte Himmelsleiter geht es zunächst über sehr sonnige Serpentinen, schnell an Höhe gewinnend, nach oben. Ohne nennenswerten Schatten jedoch wunderschön ruhig, da dieser Weg fast nur Einheimischen bekannt ist. Wir wurden sogar angesprochen, wie wir hierher gefunden haben.

 

Oben überquert man auf einer sehr schmalen Brücke einen Schmelzwasser-Sturzbach. Danach wird es langsam hochgebirgig und auch etwas kühler. Einfach immer dem sehr gut markierten Weg folgen. (Bei den Bildern auf der rechten Seite sind einige Hinweise gegeben)

 

Nach einer Weile stößt man dann auf  den Windacher Ferner. Dort ist die Orientierung nicht mehr so einfach. Man muss jedoch schlichtweg gerade über den Gletscher gehen. Der Aufstieg ist mit Grödeln möglich, Steigeisen sind jedoch empfehlenswert. Wenn man den Gletscher überquert wird einem klar, wie stark der Gletscher bei schönem Sommerwetter abtaut und wo der Sturzbach herkommt, den man vorher überquert hat.

 

Nachdem man den eisigen Gesellen erklommen hat, befindet man sich am höchsten Punkt des Skigebietes Stubaier Gletscher. In nur ca. 15 Minuten hat man von hier z.B. den „Kleinen Isidor“ bestiegen. Etwas länger dauert's bis zum Schussgrubenkogel (3213m)  zu dem man vom „Kleinen Isidor“ direkt über den Grat weitergehen kann.

 

Der weitere Weg bis zur Hildesheimer Hütte ist wieder sehr abwechslungsreich und hochgebirgig. Nach dem ersten Sichtkontakt zur Hütte ergeben sich eindrucksvolle Tiefblicke z.B. auf den Bergsee unterhalb der Hütte. Kurz vor der Hütte werden die Felsen durch darauf wachsende Flechten dann komplett hellgrün, was in Kombination mit der untergehenden Sonne außerordentlich gespenstisch wirkt.

 

Die Übernachtung in der wunderschön gelegenen, heimeligen Hildesheimer Hütte lässt bei gutem Essen und netten Wirtsleuten keine Wünsche offen.

 

Anfahrt


Anreise mit der Bahn

Innsbruck - Telfs - Ötztal Bahnhof - Sölden

Anreise mit dem PKW

Von München nach Garmisch, weiter auf der B2 nach Mittenwald und in Scharnitz über die Grenze. Der Österreichischen B117 bis Seefeld folgen und in Seefeld Abfahren. Durch Seefeld durchfahren und bis Telfs auf der Möserer Landstraße bleiben.

Auf der B171 weiterfahren über Stams bis nach Schlierenzau. Dort links ins Ötztal abbiegen. Das kurze Stück Innatalautobahn lohnt sich nicht. So spart man sich das Pickerl.

Weiter auf der Ötztalstraße bis nach Sölden.

Über die Granbichlstraße bis ins Wimbachtal fahren. Dort das Auto abstellen und bis zum Gasthaus Fiegl laufen (Taxi fahren ist was für Tourieees!) Wer es nicht findet, einfach in Sölden nach Fiegls Gasthaus fragen. Das kennt man in Sölden.

 

2. Tag: Besteigung des Zuckerhütl


Am nächsten Tag stehen wir – auch auf Hinweis der Bergwachtler – um 05:00 Uhr auf, lassen uns das Frühstück schmecken und los geht's Richtung Zuckerhütl.

 

Dazu verlassen wir die Hütte in nordöstliche Richtung, vorbei am Hüttensee.  Gleich in der Früh brauchen wir hohe Konzentration bei dem steil abfallenden Stück mit Drahtseil versicherter Stufe. Wenn man über ein schmales Brett über den Bach balanciert ist, geht's auf dem gut markiertem Weg schräg weiter über große und kleine Blöcke bis zum Pfaffenferner. Dort bitte unbedingt Steigeisen und Seil anlegen. Wenn der Schnee komplett abgeschmolzenen ist, ist es kein Problem die vielen Spalten zu erkennen. Frühmorgens ist es allerdings so kalt, dass Mütze und Handschuhe sogar im Hochsommer nötig sind. Die Ausrüstungsliste für Hochtouren findest Du übrigens bei den Packlisten. Den Gletscher also gerade nach oben erklimmen, dabei ständig auf die Spalten achten.

 

Am Pfaffenjoch angekommen, muss man über den Felswall steigen, die Steigeisen ruhig anbehalten, da es auf der anderen Seite auf dem Sulzenauferner weitergeht. Nach dem Felswall dann leicht rechts am Hang entlang – dort kann man sich nach dem sehr kalten schattigen Stück in der Morgensonne etwas aufwärmen. Nach einiger Zeit kommt das Zuckerhütl auf der rechten Seite in Sicht und kurz darauf steht man am Pfaffensattel (3.344m); der Hochebene zwischen Zuckerhütl und Wildem Pfaff. Hier bietet sich einem ein atemberaubender Blick über die Stubaier Alpen bis hinaus in die Dolomiten.

 

An dieser Stelle kommen die Seilschaften aus allen Richtungen und steigen - wie wir - rechts über den beeindruckenden, mit Firn bedeckten Grat Richtung Zuckerhütl-Gipfel. Am Ende des Schnees werden dann die Steigeisen und Stöcke verstaut und der Helm aufgesetzt. Nun muss geklettert werden. Der "Weg" ist relativ gut gekennzeichnet, an manchen Stellen muss man jedoch schon aufpassen, dass man sich nicht versteigt. Da das Klettergelände sehr ausgesetzt ist, ist es ratsam sich anzuseilen. In ca. 15 Minuten ist man dann am Gipfel und kann das Panorama über die gesamten Alpen genießen, so weit die Fernsicht reicht, ist kein höherer Berg in Sicht.

 

Der Abstieg führt erst einmal auf gleichem Weg zurück. Wenn man den Gletscher hinter sich hat, kann man direkt links absteigen und dem weglosen Gelände bis ins Tal folgen. Einen abwechslungsreicheren und schöneren Bergpfad kann man sich überhaupt nicht wünschen. Über Flüsse durch Moränengelände, in dem sich früher einmal Eismassen befunden haben geht es zurück. Auf halber Höhe zur Hildesheimer Hütte wird man ständig vom immer weiter anschwellenden Gletscherbach begleitet, der an manchen Stellen mit solchen Wassermassen ins Tal stürzt, dass man nur noch Staunen kann.

 

Wir schwingen links unterhalb der Hütte über den Bergpfad auf die andere Seite und steigen unterhalb der Materialseilbahn über den Ludwig-Aschenbrenner-Weg ins Tal ab. Es gibt auch einen Steilweg der direkt nach unten führt. (Beschilderung beachten)

 

Bitte im Hinterkopf behalten, dass der Abstieg wirklich sehr lang ist und sich nach einem bereits anstrengenden Aufstieg zum Zuckerhütl zum Schluss doch sehr zieht. Man muss ein paar Pausen einplanen und kommt daher erst abends zurück ins Tal.

Literatur zu den Stubaier Alpen und zu Hochtouren


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