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Lamsenspitze, Klettersteig

Über die Lamsenjochhütte auf die Lamsenspitze

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Ein echter Bergklassiker ist das Karwendel. Wir haben schon einige Tourenbeschreibungen in dieser Gebirgskette. Was niemals fehlen darf, ist der Klettersteig auf die Lamsenspitze. Diesen "Münchner Hausberg" sollte jeder einmal gemacht haben. Alleine die Anfahrt über Sylvensteinspeicher bis in die Eng und dann zum großen Ahornboden ist eine Reise wert. Vom Ahornboden geht es hinauf zur Lamsenjochhütte. Bereits im Anstieg über das vordere Lamsenjoch bemerkt man die wuchtige Nordwand der Lamsenspitze. Hier führt kein Klettersteig hinauf. Daher gehen wir erst zur Lamsenjochhütte, die übrigens Station auf dem Traumpfad München Venedig ist. Durch den Brudertunnel und weiter durchs Lamsenkar führt uns ein einfacher Klettersteig auf den Karwendelklassiker - die Lamsenspitze.

Karwendel-Rundumsicht am Gipfel - Im Ahornboden: Bayrisch Canada vom Feinsten

 

Variante für Bergwanderer ohne Klettersteig


Die Karwendeltour zur Lamsenjochhütte lohnt sich auch für Bergwanderer, die nicht auf einen Klettersteig gehen möchten. Erstmal ist zu sagen, dass alleine der große Ahornboden wirklich beeindruckend ist und zweitens muss man nicht immer auf einen Gipfel um ein tolles Berg erlebnis zu haben.

Oberhalb des westlichen Lamsenjochs erhebt sich das Hahnkampl (2080m). Dorthin gibt es einen Abzweig, noch bevor man zum westlichen Lamsenjoch aufsteigt. Der Gipfel ist einfach zu erreichen und bietet eine tolle Aussicht. Wer sich dann in ein bisschen leichter Kletterei üben möchte, der steigt über den Südgrat ab zum westlichen Lamsenjoch. Einige Drahtseile und Kletterseile sichern hier über unschwierige Stellen hinweg. Dennoch vermittelt der Südgrat einen hochalpinen Charakter. Wirklich schön - auch mit Kindern oder eben für Bergwanderer, die mal ein bisschen die Hände benutzen wollen.

Von hier aus geht es, wie oben beschrieben, hinüber zur Lamsenjochhütte. Eine wirklich wunderschöne Bergtour - auch ohne Klettersteigset und Helm.

Aufstieg und Route


Das wild romantische Karwendel ist berühmt für seine einsamen Bergflanken, seine Schuttkare und Klettersteige.

Daten: Aufstieg: 3 bis 4 Stunden, Abstieg: 2 Stunden, Höhenmeter: 1.305

Vom Enggasthof aus folgen wir dem Pfad, der in das grüne Tal direkt hinter dem Hof in die Berge hinaufführt. Beschilderung Richtung Binsalm. Geübte erreichen die Binsalm in 30 Minuten. Weiter geht es geradeaus über die Kuhweide oder den Bergweg im Bogen auf das westliche Lamsenjoch. Hier ist noch ein bisschen Schwitzen angesagt.

Vom westlichen Lamsenjoch aus sieht man bereits die Lamsenjochhütte. Sie ist von hier aus ohne nennenswerten Höhenunterschied auf einem am Fuß der Nordwand angelegten Bergpfad erreichbar.

Von der Lamsenjochhütte folgen wir der Beschilderung zur Lamsenspitze. Bitte aufpassen. Kurz nach verlassen der Hütte geht es nach links Richtung Brudertunnel. Diesen Abzweig sollte man nicht verpassen, sonst läuft man oben rum und verpasst den schicken Brudertunnel-Klettersteig.

Nun steigen wir an den Drahtseilen des Brudertunnels durch den Kamin nach oben. Immer dem Klettersteig nach. Oben angekommen, halten wir uns rechts zum Lamsenkar. Dieses wird in einem weiten Bogen durchquert.

Achtung zur Mittagszeit viel Wasser mitnehmen. Das Lamsenkar kann schnell zum Backofen werden! Dem Pfad weiter folgen. Dann geht es rechter Hand mit Drahtseilen aufwärts über die leichten Kletterstellen immer weiter Richtung Gipfel.

Wenn die Drahtseile enden, ist noch ein Stück zu meistern. Vorsicht; der Untergrund ist etwas locker, wie überall im Karwendel. Immer schön auf den Körperschwerpunkt über dem Schuh achten. Dann ist der schotterige Untergrund am besten zu gehen.

Nicht mehr weit und wir haben den Gipfel der Lamsenspitze erreicht. Eine herrliche Aussicht über alle Karwendelgipfel ist die Belohnung. Auf der anderen Seite des Inntals tront der Hintertuxer Gletscher.

Anfahrtsbeschreibung


Von München mit dem Auto auf die A8 Richtung Salzburg. Abfahrt Holzkirchen. Auf der B13 nach Bad Tölz. Von Bad Tölz weiter auf der B13 nach Lenggries und der Straße weiter folgen bis hinauf zum Sylvensteinspeicher. Am Beginn der Staumauer rechts abbiegen Richtung Vorderriss auf die B307. In Vorderriß der Vorfahrtstraße nach links folgen. Auf dieser Straße weiter bis in den großen Ahornboden und bei der Eng Alm parken.

Wohnmobile dürfen hier mehrere Tage parken. Der Schotterparkplatz ist im hinteren Bereich ein echter Geheimtipp für Wohnmobilisten. Abends herrscht in der hinteren Eng eine herrliche Ruhe.

 

 

Ausrüstung


Für die Lamsenspitze: Klettersteigset und Helm

Bitte ausreichend Wasser mitnehmen. Im Lamsenkar kann es sehr heiß werden.

 

Abstieg


Der Abstieg erfolgt zunächst wie der Aufstieg. Den Klettersteig wieder hinunter ins Lamsenkar. Hier sieht man oft Gamsen. Die sind gar nicht mal so scheu... Wir folgen dem Bergpfad am Wandfuß entalng zur Lamsenscharte. Dort gehen wir nicht zurück zum Brudertunnel, sondern gehen links weg über die Lamsenscharte und folgen dem Steig der an der südöstlichen Wand entlang führt.

Jetzt kommt eine Besonderheit des Karwendels. Über die Schuttkare kann man bestens "abfahren". Fußspitzen nach oben, Hacken in den Kies und ab geht die wilde Fahrt. Man kann fast das komplette Schuttkar, bis runter zur Hütte, in riesigen Sätzen hüpfen. Stöcke sind dabei sehr hilfreich und geben die nötige Balance.

Bei der Lamsenjochhüte angekommen, gibt's dann erst mal ein Bier :-) Dann geht es zürück über das westliche Lamsenjoch und die Binsalm bis hinunter in den Ahornboden. Kleiner Tipp: Am Abend ist der Ahornboden in rötliches Licht getaucht. Dann lässt es sich besonders gut fotografieren.

 

Karten und Literatur für das Karwendelgebirge


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