2 Tage im Wilden Kaiser: Klamml, Jubiläumssteig, Kaiserschützensteig, Gamsängersteig
Der Wilde Kaiser lockt mit wirklich sehenswerten Klettersteigen. Diese kann man bei guter Kondition miteinander verbinden. Der höchste Berg im Kaisergebirge ist die Ellmauer Halt (2344m) dort hinauf führt der Kaiserschützensteig. Von der anderen Seite kommt der Gamsängersteig herauf.
Die folgende Route führt über sechs Klettersteige, die wir in einer Zweitagestour miteinander verbunden haben. An den zwei Tagen wurden zusammengerechnet 5.191 Höhenmeter bewältigt. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass man fit sein muss, um diese wunderschöne Tour durch das Herz des Kaisergebirges zu unternehmen.
Die Wochenbrunneralm war unser Start und unser Zielpunkt. Mit Muskelkater und vielen Bildern und Eindrücken im Gepäck kehrt man von dieser Wuchtbrumme einer Klettersteigtour über die Gipfel des Wilden Kaisers zurück. Wer es etwas gemütlicher angehen möchte kann auf den Zettenkaiser oder den Scheffauer steigen.
2 Tage - 6 Klettersteige - 5.191 Höhenmeter - 2 Tage Muskelkater
Benötigte Ausrüstung - Empfehlungen
Unbedingt mitnehmen: Komplette Klettersteigausrüstung, Helm, evtl. Zwischensicherungsseil für ängstlichere Seelen, ausreichend Wasser!
In den Rinnen des Wilden Kaisers herrscht ständig Steinschlaggefahr. Hier muss unbedingt auf nachsteigende Berggeher Rücksicht genommen werden. Keine Steine lostreten. Helm aufsetzen.
Bei Nässe oder Schnee ist der Kaiserschützensteig sowie der Gamsängersteig nicht zu empfehlen.
Unter Packlisten findst Du eine Checkliste für Klettersteige und Mehrtagestouren
Tourencharakter
Klettersteig: Eher eine alpine Bergtour. An einigen Stellen ungesichert und ausgesetzt. Nicht für Kinder geeignet. Aufgrund der Länge und der nötigen Konzentration: Einstufung 5
Aussicht: Auf die Fleischbank, Kaisertal, Inntal, zahmer Kaiser, Hauptalpenkamm bis Dachstein
Hütten und Verbindungen
Der Kaiserschützensteig wird normalerweise vom Hans Berger Haus (940m) angegangen.
Stripsenjochhaus
Willi Fankhauser
Tel Sommer: 0043 5372 62579
Tel Winter: 0043 5354 52558
oder: 0049 664 3408040
Gruttenhütte
Erhart Ernst jun.
A-6351 Scheffau
Telefon Hütte: 0043 (0)5358 / 2242
Telefon Privat: 0043 (0)5358 / 8397
E-Mail info @ gruttenhuette.at
Nordseite Wilder Kaiser:
Südseite Wilder Kaiser
Kaiser Hochalm
Anreise zur Wochenbrunner Alm
Auf der Inntalautobahn A93 bis nach Kiefersfelden. Über die Grenze nach Österreich. Bis nach Kufstein. Ausfahrt Kufstein Süd. Weiter über die Bundesstraße 173 auf die Bundesstraße 178 bis nach Ellmau am Wilden Kaiser. Dort links abbiegen in den Wochenbrunnerweg. Diesem folgen bis zur Wochenbrunner Alm und dort am Parkplatz parken.
Übungs Klettersteige - Stipsenköpfe
Gehzeit: 2 Stunden
Klettersteigeinstufung B/E
Bestens gesichert.
Oberhalb des Stripsenjochhauses wartet noch ein abendlicher Spaß auf uns. Die drei Klettersteige über die Stripsenköfe mit Seilbrücke (Monkeybridge) und einigen fiesen Kletterstellen am glatten Fels runden den Tag ab.
Da die drei Steige nicht so lang sind, kann hier auch der Anfänger zeigen, was in ihm steckt. Bis in den Grad E gehen die Steige. Am Gipfel angekommen weiß man, dass man sich sein Bier auf der Hütte redlich verdient hat.
Literatur zum Wilden Kaiser - Scheffauer - Klettersteige im Kaisergebirge
Wochenbrunner Alm - Ellmauer Tor
Wochenbrunner Alm - Gaudeamushütte - Gruttenhütte - Jubiläumssteig - Ellmauer Tor
Gehzeit: 2h 45min
Klettersteigeinstufung A/B
Kletterstellen 1
Vom Parkplatz der Wochenbrunner Alm nehmen wir den Wanderweg Nr. 812 bis zur Gaudeamushütte. Hier auf die Karte gucken, sonst verfehlt man den Weg und läuft die langweilige Variante...
Von der Gaudeamushütte nehmen wir den Weg Nr. 824 zur Klamml und steigen über den Klamml-Steig auf zur Gruttenhütte. Achtung - an der Gaudeamushütte ist bereits ein Schild zum Jubiläumssteig und zum Stripsenjoch. Wir gehen allerdings über Klamml zur Gruttenhütte, sonst fallen zwei Steige flach! Sobald man auf dem Kamm angelangt ist, der zur Gruttenhütte führt und die Hütte erstmals sieht, folgt man dem Weg weitere 100m und biegt dann rechts ab.
Eine Beschilderung weist den Weg über'n Jubiläumssteig zum Ellmauer Tor bzw. zur steinernen Rinne. Nach einigen Minuten befinden wir uns im Jubiläumssteig. Dieser ist bereits etwas ausgesetzt und führt in ständigem auf und ab an den Wänden entlang. Über Leitern und Blöcke. Erfahrene brauchen hier kein Klettersteigset.
Wir folgen weiter der Beschilderung zum Ellmauer Tor. Hier oben angelangt gibt's erstmal eine Pause.
Wer möchte, kann noch auf die Goinger Halt steigen. Das sind zusätzliche 200 Höhenmeter. Allerdings haben wir am Abend ja noch die Fun-Klettersteige auf die Stripsenköpfe vor uns ;-)
Ellmauer Tor - Stipsenjochhaus
Ellmauer Tor - Steinerne Rinne - Eggersteig - Stripsenjochhaus
Gehzeit: 2 Stunden
Klettersteigeinstufung A
Nun steigen wir nordseitig über die steinerne Rinne ab. Im Juni war die Rinne allerdings nicht sehr steinern, sondern im oberen Bereich mit Firn überzogen. Wir setzen hier trotzdem die Helme auf, denn im unteren Bereich der Rinne herrscht Steinschlaggefahr.
Wir folgen dem Schneefeld, bzw. den Kehren in Richtung Norden. Bis zum Absprung. Ab hier tauchen wieder Drahtseilsicherungen auf. Diesen folgen und am Ende der Sicherung links halten und einen kleinen Aufstieg nehmen.
Nun sind wir im Eggersteig, dem wir bis zum Stripsenjochhaus folgen. Geübte können an diesem ersten Tag das Klettersteigset im Rucksack lassen.
Der letzte Anstieg zum Stripsenjochhaus geht nochmal ein bisschen in die Beine. Dies ist aber nach kurzer Pause vergessen. Wir beziehen unser Nachtquartier, trinken ein Radler und machen uns nochmal auf zu den drei Übungsklettersteigen auf die Stripsenköpfe.
2. Tag: Kaiserschützsteig - Ellmauer Halt
Stripsenjochhaus - Hans Berger Haus - Kaiserschützensteig - Ellmauer Halt
Klettersteigeinstufung B/C
Kletterstellen 1 - 2
Gehzeit 1 Stunde 15 Minuten
Zunächst liegt ein langer Abstieg über 637 Höhenmeter vor uns, von dem wir uns natürlich nicht entmutigen lassen :-) Wir steigen vom Stripsenjochhaus ab zum Hans Berger Haus.
Gehzeit 2 Stunden
Am Hans Berger Haus anglangt gehen wir an der Terrasse und am Brunnen vorbei und halten uns links. Es sieht aus als würde man die Einfahrt hochgehen. Hinter dem Hans Berger Haus führt ein Pfad hinauf in den Schärlinger Boden. Vorbei an den Wasserfällen gehen wir bis zum Fuß des Schuttkars. Dort zeigt ein Schild nach links zum Wandfuß - Kaiserschützensteig.
Gehzeit 4 Stunden Einstufung B/C Kletterstellen bis 1 - 2
Der längste Klettersteig im Kaisergebirge ist eher ein alpiner Höhenweg, denn er ist nicht durchgängig gesichert. Für erfahrene und trittsichere Geher oder Klettersteigler stellen die ausgesetzten Stellen kein Problem dar. Anfänger sollten gegebenenfalls die Alternativroute über die Roterinnescharte wählen. Aber dafür sind wir ja nicht hier :-)
Die erste Querung über fünf bis sechs Drahtseilverbindungen zeigt bereits das Niveau. So wird es bis zur Ellmauer Halt weiter gehen. Allerdings teilweise ohne Sicherungen. Nach der Querung kommt ein langer Bergrücken mit Grasbewuchs und Fels. Hier steigt man minestens 45 Minuten lang auf.
Dann kommt man eine Kreuzung. Links geht's zur Gamshalt auf 2289m. Wir gehen rechts rum zur Ellmauer Halt auf 2340m. ACHTUNG im Juni waren noch einige Firnfelder in den Rinnen, welche die Drahtseile bedeckten. Nach dem Winter waren offenslichtlich auch einige Drahtseile abgerissen und beschädigt. Also Vorsicht!
Nun folgen wir einem Drahtseil versicherten, teils unversicherten Weg rechts herum um das Bergmassiv, bis wir auf der anderen Seite in eine grüne mit Geröll durchsetzte Flanke entlassen werden.
Hier geht es geradewegs nach oben zum Grat. Am Grat angekommen dann rechts weiter und über die Felszacken, die den Grat bilden. Teils ohne Sicherungen. Nun ist es nicht mehr weit zum Gipfel.
Wunderbare Tiefblicke in den Norden, wie den Süden des Kaisergebirges belohnen den langen und konditionell anspruchsvollen Aufstieg. Bis hinunter zur Gruttenhütte geht der Blick. Der Gipfel ist erreicht.
Ellmauer Halt - Gamsängersteig - Abstieg
Ellmauer Halt - Gamsängersteig - Gruttenhütte - Wochenbrunner Alm
Gehzeit: 3 Stunden 30 Minuten
Klettersteigeinstufung B/C
Klettergelände 1 bis 1b
Vom Gipfel steigen wir auf der anderen Seite ab. Entlang an Seilversicherungen, Eisenbügeln bis zum Gipfelbiwak "Babenstuberhütte". Das Babenstuberbiwak bietet zwei Personen Platz, enthält das Gipfelbuch und ist recht spartanisch eingerichtet.
Ab dem Babenstuberbiwak können wir rechts herum über eine Leiter durch eine kurze Klamm absteigen. Vorsicht bei Schnee! Wir hatten hier echte Probleme. Sonst geht's auch noch links herum über eine Kletterstelle mit Drahtseil senkrecht über 12m abwärts (Klettersteig E)
Dann einfach weiter über Blockwerk teilweise versichert und leicht ausgesetzt. Der Stein am Gamsängersteig ist sehr speckig und mit nassen Schuhen mit Vorsicht zu genießen. Weiter über eine witzige Eisentreppe und Trittbügel, die direkt an der Wand hinunter führen. Die berühmte Gamsängersteig Treppe.
Weiter geht es über die Jägerwand an ausgesetzten Gras und Schuttflanken entlang, hinab ins Kar. Nach einer halben Stunde über abwechslungsreiches Terrain, sind wir zurück an der Gruttenhütte. Von dort sind wir über die Fahrstraße in weitem Bogen zur Wochenbrunner Alm abgestiegen, denn - ehrlich gesagt - hatten wir die Schnauze voll. Die Knie schmerzten. Irgendwann hat man eben genug :-)
Zur Orientierung hier die Tour auf der Google Karte
2 Tage Klettersteigtour im Kaisergebirge auf einer größeren Karte anzeigen





















Kommentare
Artikel kommentieren